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Heizung & Sanitär

Trinkwasserhygiene & Wartung nach DIN EN 806-5: Der Praxisguide

Inspektion und Wartung der Trinkwasser-Installation nach DIN EN 806-5 und VDI 6023: Filter, Druckminderer, Stagnation vermeiden – und wie du alles digital dokumentierst.

EDEldin Durgutovic27. Juli 20269 Min Lesezeit

Trinkwasser ist das am strengsten überwachte Lebensmittel – und seine Güte endet nicht am Hausanschluss. Damit sie bis zur Entnahmestelle erhalten bleibt, muss die Trinkwasser-Installation regelmäßig inspiziert und gewartet werden. Dieser Artikel erklärt die Hygiene-Inspektion und Instandhaltung nach DIN EN 806-5 und VDI/DVGW 6023: welche Bauteile geprüft werden, welche Richtwerte für Intervalle gelten und wie du die Wartung als SHK-Betrieb sauber dokumentierst.

Was ist die Hygiene-Inspektion der Trinkwasser-Installation?

Nach dem Hausanschluss beginnt die Trinkwasser-Installation – also alle Leitungen, Armaturen und Apparate hinter der Übergabestelle. Sie ist kein wartungsfreies Rohrsystem: Stagnierendes Wasser, verschmutzte Filter oder falsch eingestellte Bauteile können die Trinkwasserhygiene gefährden. Die DIN EN 806-5 regelt daher den Betrieb und die Instandhaltung von Trinkwasser-Installationen und legt für die wichtigsten Apparate wiederkehrende Inspektions- und Wartungstätigkeiten fest.

Ergänzt wird sie durch die VDI/DVGW 6023 zur Hygiene in Trinkwasser-Installationen, die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sowie die DIN 1988 (TRWI) als technische Regel für Trinkwasser-Installationen. Zusammen verfolgen sie ein Ziel: die Trinkwassergüte vom Hausanschluss bis zur Zapfstelle erhalten, Verkeimung vermeiden und die Funktionsfähigkeit aller Bauteile sichern.

Der Normrahmen im Überblick

Mehrere Regelwerke greifen bei der Instandhaltung der Trinkwasser-Installation ineinander. Für die Praxis der Wartung sind vor allem diese drei relevant:

DIN EN 806-5
Betrieb & Wartung

Instandhaltung von Trinkwasser-Installationen mit Inspektions- und Wartungstätigkeiten je Bauteil.

VDI/DVGW 6023
Trinkwasserhygiene

Hygiene in Trinkwasser-Installationen – von Planung und Bau bis zum bestimmungsgemäßen Betrieb.

TrinkwV · DIN 1988
Recht & TRWI

Trinkwasserverordnung und DIN 1988 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen) als Rahmen.

Diese Apparate werden inspiziert und gewartet

Die DIN EN 806-5 nennt für die typischen Bauteile einer Trinkwasser-Installation wiederkehrende Tätigkeiten. Die folgenden Intervalle sind Richtwerte nach Herstellerangabe bzw. DIN EN 806-5 – die konkrete Vorgabe steht immer in der Herstellerdokumentation des jeweiligen Bauteils.

01

Mechanische Filter

Rückspülbare Filter regelmäßig rückspülen (Richtwert ~alle 2 Monate); nicht rückspülbare Filtereinsätze tauschen (Richtwert ~alle 6 Monate).

02

Druckminderer

Funktion und eingestellten Ausgangsdruck prüfen; Wartung als Richtwert jährlich nach Herstellerangabe.

03

Sicherheitsventile & MAG

Sicherheitsventile und Membran-Ausdehnungsgefäße auf Funktion und korrekten Vordruck prüfen.

04

Rückflussverhinderer & Systemtrenner

Funktion der Sicherungsarmaturen gegen Rückfließen prüfen; Richtwert jährlich.

05

Enthärtungsanlagen

Salzvorrat, Regeneration und Hygiene der Anlage kontrollieren, damit keine Verkeimung begünstigt wird.

06

Warmwasserbereiter & Speicher

Temperaturen prüfen: Warmwasser ≥ 60 °C, Zirkulation ≥ 55 °C; Stagnation im Speicher vermeiden.

Verantwortlich für die Instandhaltung ist der Betreiber der Trinkwasser-Installation. Die eigentliche Wartung führt ein Fachbetrieb aus – für dich als SHK-Betrieb ein planbarer, wiederkehrender Auftrag, der sich gut mit der Heizungswartung im selben Objekt kombinieren lässt.

Wartung dokumentieren: Papier vs. Software

Ob die Trinkwasser-Wartung ein sauberer Prozess oder Zettelchaos wird, entscheidet sich bei der Dokumentation. Gemessene Temperaturen und Drücke, geprüfte Bauteile und festgestellte Mängel müssen nachvollziehbar festgehalten werden.

Papier / Excel

Reibungspunkte

  • Für jedes Bauteil eine eigene Vorlage zusammengesucht – uneinheitlich
  • Temperatur- und Druckwerte werden später abgetippt, Fehler schleichen sich ein
  • Kein Foto-Nachweis von Filter, Mangel oder Zählerstand
  • Nächstes Wartungsintervall pro Bauteil nicht automatisch geplant
Wartungssoftware

Strukturierter Ablauf

  • Einheitliche Checkliste je Bauteil mit erzwungenen Pflichtfeldern
  • Temperaturen und Drücke strukturiert direkt am Tablet erfasst
  • Foto und Mangel dokumentiert, alles an der Anlagen-Akte des Objekts
  • Wartungsintervall pro Bauteil plant den nächsten Termin automatisch

Trinkwasser-Wartung digital dokumentieren mit Operis

Mit Operis bildest du die Hygiene-Inspektion der Trinkwasser-Installation als anpassbare Wartungs-Checkliste ab: Filter, Druckminderer, Sicherheits- und Rückflussarmaturen, Enthärtung und Warmwasserbereiter als feste Prüfpunkte. Pflichtfelder werden erzwungen, Messwerte wie Temperaturen und Drücke trägt der Techniker strukturiert ein, und zu jedem Punkt lassen sich Fotos und Mängel erfassen.

Vor Ort unterschreibt der Verantwortliche auf dem Tablet – rechtssicher per eIDAS-konformer Signatur (Art. 25). Das PDF-Wartungsprotokoll landet in der Anlagen-Historie des Objekts und lässt sich direkt per E-Mail an Eigentümer oder Verwaltung senden. Über das Wartungsintervall pro Bauteil und Anlage plant Operis den nächsten Termin, erinnert rechtzeitig und meldet überfällige Objekte. Da alles auch offline funktioniert, arbeitet dein Techniker selbst im Keller ohne Empfang zuverlässig weiter.

Mehr zu den SHK-Funktionen findest du auf der Seite Wartungssoftware für Heizung & Sanitär. Wie sich die Trinkwasser-Wartung mit der Heizungswartung im selben Termin kombinieren lässt, zeigen wir dort im Detail – und die getrennte Legionellenprobe planst du über dasselbe Intervall-System gleich mit.

Fazit

Die Hygiene-Inspektion und Wartung der Trinkwasser-Installation nach DIN EN 806-5 und VDI 6023 hält die Trinkwassergüte bis zur Zapfstelle stabil – vorausgesetzt, Filter, Druckminderer und Sicherungsarmaturen werden regelmäßig geprüft und Stagnation wird konsequent vermieden. Für den SHK-Betrieb ist das ein planbarer, wiederkehrender Auftrag mit klarem Nutzen für den Kunden. Eine digitale Wartungs-Checkliste mit Pflichtfeldern, Messwerten, Fotos, Signatur und automatischer Terminplanung nimmt dir dabei den Papierkram ab – ohne die fachliche Verantwortung zu verwässern.

Themen
TrinkwasserhygieneDIN EN 806-5VDI 6023WartungSHK
ED
Autor
Eldin Durgutovic

Praxiswissen zu Wartung, Service und Digitalisierung im SHK- und Elektrohandwerk – für Operis.

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