Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2024) ist eine neue Pflicht für Betreiber von Gas- und Ölheizungen dazugekommen: die Heizungsprüfung und -optimierung nach § 60b GEG. Dieser Artikel erklärt, was genau geprüft wird, wer betroffen ist, welche Fristen gelten und wie du die Prüfung als SHK-Betrieb sauber dokumentierst – ohne im Zettelchaos zu versinken.
Was ist die Heizungsprüfung nach § 60b GEG?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde mit der Heizungs-Novelle grundlegend überarbeitet und ist in der neuen Fassung seit dem 1. Januar 2024 in Kraft. Neben den bekannten Vorgaben zum Einbau neuer Heizungen enthält es in § 60b eine Pflicht zur Prüfung und Optimierung bestehender Heizungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.
Ziel ist kein Bürokratie-Selbstzweck: Viele Heizungen laufen mit zu hoher Vorlauftemperatur, falsch eingestellten Pumpen oder ohne hydraulischen Abgleich. Die Prüfung soll solche Effizienzverluste sichtbar machen und zu einer Optimierung führen – das senkt Energieverbrauch und Kosten. Für dich als SHK-Betrieb ist das ein wiederkehrender, planbarer Auftrag.
Wer ist von der Prüfpflicht betroffen?
§ 60b richtet sich an Eigentümer und Betreiber von Gebäuden mit einer Heizungsanlage, die Wasser als Wärmeträger nutzt und deren Wärme über einen Wärmeerzeuger für gasförmige, flüssige oder feste Brennstoffe bereitgestellt wird – vereinfacht also klassische Gas- und Ölheizungen (sowie z. B. Pellet-/Festbrennstoffkessel).
Reine Wärmepumpen fallen nicht unter § 60b – für sie gibt es mit § 60a GEG eine eigene Betriebsprüfung. Die drei neuen Paragraphen greifen ineinander:
Prüfung und Optimierung des Betriebs von Wärmepumpen.
Prüfung & Optimierung von Gas-, Öl- und Festbrennstoffheizungen.
Pflicht zum hydraulischen Abgleich bestimmter Bestandsanlagen.
Was wird bei der Heizungsprüfung geprüft?
Die Prüfung nach § 60b schaut auf die energetische Güte des Gesamtsystems – nicht nur auf den Wärmeerzeuger. Diese Punkte stehen im Mittelpunkt:
Vorlauftemperatur
Ist die eingestellte Vorlauftemperatur für das Gebäude unnötig hoch? Absenkpotenzial prüfen.
Heizungspumpe
Läuft eine ineffiziente oder falsch eingestellte Umwälzpumpe? Einstellung und Typ bewerten.
Hydraulischer Abgleich
Ist ein hydraulischer Abgleich vorhanden bzw. erforderlich (Bezug zu § 60c)?
Regelung & Einstellungen
Heizkurve, Nachtabsenkung und Zeitprogramme auf das Gebäude abgestimmt?
Dimensionierung
Ist der Wärmeerzeuger für das Gebäude überdimensioniert? Hinweise für spätere Optimierung.
Optimierungsmaßnahmen
Konkrete, wirtschaftlich sinnvolle Empfehlungen zur Verbrauchssenkung ableiten.
Welche Fristen gelten?
Die Prüfpflicht ist an den Zeitpunkt des Einbaus bzw. der Aufstellung der Heizungsanlage geknüpft. Grob lässt sich der Rahmen so beschreiben:
Prüfung dokumentieren: Papier vs. Software
Die Prüfergebnisse und Optimierungsempfehlungen müssen dem Eigentümer dokumentiert übergeben werden. Genau hier entscheidet sich, ob die § 60b-Prüfung Zusatzaufwand oder ein glatter Prozess ist.
Reibungspunkte
- Eigene Vorlage pro Prüfung zusammengesucht – uneinheitlich
- Empfehlungen frei formuliert, wichtige Punkte fehlen mal
- Kein Bezug zur Anlagen-Historie und zur nächsten Wartung
- Nachweis-Suche bei Rückfragen kostet Zeit
Strukturierter Ablauf
- Einheitliche Prüf-Checkliste mit erzwungenen Pflichtfeldern
- Empfehlungen als feste Punkte – nichts wird vergessen
- Prüfung hängt an derselben Anlagen-Akte wie die Wartung
- PDF für den Eigentümer direkt per E-Mail versendet
§ 60b-Prüfung digital mit Operis
Mit Operis bildest du die Heizungsprüfung als anpassbare Checkliste ab: Vorlauftemperatur, Pumpe, hydraulischer Abgleich, Regelung und Dimensionierung als feste Prüfpunkte, dazu ein Freitextfeld für die Optimierungsempfehlungen. Pflichtfelder werden erzwungen, damit kein Punkt untergeht.
Weil die Prüfung am selben Serviceauftrag wie die reguläre Wartung hängt, erfasst dein Techniker beides in einem Vor-Ort-Termin. Der Eigentümer unterschreibt auf dem Tablet, das PDF-Protokoll wandert in die Anlagen-Akte und lässt sich direkt per E-Mail versenden. Über das Wartungsintervall pro Anlage plant Operis den nächsten Termin und erinnert dich rechtzeitig – so wird aus der gesetzlichen Pflicht ein planbarer, wiederkehrender Umsatz.
Mehr dazu auf der Seite Heizungswartung dokumentieren und im Überblick zu Wartungsintervallen bei Heizungen.
Fazit
Die Heizungsprüfung nach § 60b GEG ist mehr als eine neue Pflicht – sie ist ein wiederkehrender Auftrag mit klarem Nutzen für den Kunden: weniger Verbrauch, niedrigere Kosten. Wer die Prüfung strukturiert dokumentiert, erfüllt die Vorgaben nachvollziehbar und positioniert sich beim Kunden als kompetenter Ansprechpartner. Eine digitale Checkliste mit automatischem PDF und Terminplanung nimmt dir dabei den Papierkram ab – ohne die fachliche Verantwortung zu verwässern.
Praxiswissen zu Wartung, Service und Digitalisierung im SHK- und Elektrohandwerk – für Operis.
