Wer elektrische Anlagen oder ortsveränderliche Geräte gewerblich nutzt, muss sie regelmäßig prüfen lassen – und diese Prüfungen lückenlos dokumentieren. Das DGUV V3 Prüfprotokoll ist dabei das zentrale Dokument. Dieser Artikel zeigt, was ins Protokoll gehört, welche gesetzlichen Grundlagen dahinterstehen und warum die digitale Variante im Prüfalltag klare Vorteile bringt.
Was regelt die DGUV Vorschrift 3?
Die DGUV Vorschrift 3 (früher: BGV A3) ist eine Unfallverhütungsvorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie verpflichtet Unternehmer dazu, elektrische Anlagen und Betriebsmittel so instand zu halten, dass sie den elektrotechnischen Regeln entsprechen – konkret: wiederkehrend zu prüfen durch eine Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person unter Aufsicht.
Rechtlicher Rahmen sind außerdem:
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, § 14)
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
- TRBS 1201, TRBS 1203 (Technische Regeln für Betriebssicherheit)
- DIN VDE 0100-600, DIN VDE 0105-100, DIN VDE 0701/0702
Pflichtangaben im DGUV V3 Prüfprotokoll
Ein Prüfprotokoll ist gerichtsfest, wenn im Schadensfall eindeutig nachvollziehbar ist, wer wann welche Prüfung an welchem Gerät durchgeführt hat. Diese Angaben müssen enthalten sein:
Auftraggeber & Anlagenbetreiber
Firma, Adresse, Ansprechpartner.
Prüfobjekt
Art (Anlage, ortsfest, ortsveränderlich), Inventarnummer, Standort, Hersteller, Typ, Seriennummer.
Prüfer
Name, Qualifikation (z. B. Elektrofachkraft), ggf. Zertifikats- oder Ausweisnummer.
Prüfdatum
Exakter Tag der Prüfung, empfohlen mit Uhrzeit.
Prüfverfahren & Messgerät
Norm (z. B. DIN VDE 0701-0702), Hersteller und Kalibrierdatum des Messgeräts.
Messwerte
Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Ersatzableitstrom bzw. Differenzstrom, Funktionsprüfung.
Sichtprüfung
Gehäuse, Zugentlastung, Biegeschutz, Kennzeichnungen.
Bewertung
Klare Bewertung „bestanden" oder „nicht bestanden"; bei Durchfallen konkrete Beanstandung.
Nächster Prüftermin
Abgeleitet aus Prüfintervall und Betriebsumgebung (TRBS 1203, DGUV V3).
Unterschrift des Prüfers
Auf Papier oder als einfache elektronische Signatur (eIDAS Art. 25).
Prüfintervalle: Wie oft muss geprüft werden?
Für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel nennt die DGUV V3 Richtwerte, die durch eine Gefährdungsbeurteilung angepasst werden müssen. Typische Richtwerte:
Vorlage vs. Software: Wo ist der Unterschied?
Viele Betriebe arbeiten mit Word- oder Excel-Vorlagen. Das funktioniert – hat aber strukturelle Schwächen, die im Schadensfall teuer werden können.
Strukturelle Schwächen
- Pflichtangaben werden vergessen, weil Felder nicht erzwungen sind
- Messwerte händisch abgeschrieben – Tippfehler häufen sich
- Prüfintervalle werden nicht automatisch geplant
- Unterschriften auf Papier müssen extra archiviert werden
- Im Schadensfall lange Suche nach dem richtigen Ordner
Strukturierte Lösung
- Pflichtfelder werden erzwungen – keine unvollständigen Protokolle
- Messwerte mit Sollwert-Vergleich direkt am Tablet erfasst
- Nächster Prüftermin pro Anlage automatisch berechnet
- Touch-Unterschrift auf dem Tablet – einfache eIDAS-Signatur
- Geräte-Suche & Filter (z. B. „nicht bestanden") in Sekunden
DGUV V3 digital mit Operis
Operis bringt eine vorgefertigte Standard-Checkliste „DGUV V3 Prüfung – Elektrogeräte" mit: Sichtprüfung (Gehäuse, Kabel, Stecker), Schutzleiter- und Isolationswiderstand messen sowie Prüfplakette dokumentieren. Daneben gibt es eine separate Checkliste „E-Check (DIN VDE 0100-600)" für Erstprüfungen mit Schleifenimpedanz und RCD-Auslösung.
Pro Anlage kannst du Wartungsintervall und letzten Prüftermin hinterlegen – Operis berechnet daraus automatisch den nächsten Termin und markiert Anlagen als Fällig oder Überfällig, sobald sie anstehen. Die Technikerin erfasst die Prüfung am Tablet, der Kunde unterschreibt vor Ort, das PDF-Prüfprotokoll wandert in die Anlagen-Akte und kann direkt per E-Mail versendet werden.
Mehr Kontext zum Feature findest du auf der Seite Digitale Serviceberichte und im Vergleich zu klassischen Branchenlösungen unter Operis vs. Plancraft.
Fazit
Das DGUV V3 Prüfprotokoll ist kein Bürokratie-Ornament, sondern rechtliches Rückgrat der Elektroprüfung. Wer es sauber führt, schützt sich im Schadensfall und liefert Kunden nachvollziehbare Ergebnisse. Digitale Tools reduzieren Aufwand und Fehlerquote spürbar – und nehmen dem Team den Papierkram ab, ohne die fachliche Verantwortung zu verwässern.
Praxiswissen zu Wartung, Service und Digitalisierung im SHK- und Elektrohandwerk – für Operis.