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Elektrotechnik

DGUV V3 Prüfprotokoll digital: Vorlage, Pflichtangaben & Software

Was muss ins DGUV V3 Prüfprotokoll, welche Pflichtangaben sind gesetzlich vorgeschrieben und wie digitalisiert man die Elektroprüfung gerichtsfest?

EDEldin Durgutovic15. April 20269 Min Lesezeit

Wer elektrische Anlagen oder ortsveränderliche Geräte gewerblich nutzt, muss sie regelmäßig prüfen lassen – und diese Prüfungen lückenlos dokumentieren. Das DGUV V3 Prüfprotokoll ist dabei das zentrale Dokument. Dieser Artikel zeigt, was ins Protokoll gehört, welche gesetzlichen Grundlagen dahinterstehen und warum die digitale Variante im Prüfalltag klare Vorteile bringt.

Was regelt die DGUV Vorschrift 3?

Die DGUV Vorschrift 3 (früher: BGV A3) ist eine Unfallverhütungs­vorschrift der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie verpflichtet Unternehmer dazu, elektrische Anlagen und Betriebsmittel so instand zu halten, dass sie den elektrotechnischen Regeln entsprechen – konkret: wiederkehrend zu prüfen durch eine Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person unter Aufsicht.

Rechtlicher Rahmen sind außerdem:

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, § 14)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • TRBS 1201, TRBS 1203 (Technische Regeln für Betriebssicherheit)
  • DIN VDE 0100-600, DIN VDE 0105-100, DIN VDE 0701/0702

Pflichtangaben im DGUV V3 Prüfprotokoll

Ein Prüfprotokoll ist gerichtsfest, wenn im Schadensfall eindeutig nachvollziehbar ist, wer wann welche Prüfung an welchem Gerät durchgeführt hat. Diese Angaben müssen enthalten sein:

01

Auftraggeber & Anlagenbetreiber

Firma, Adresse, Ansprechpartner.

02

Prüfobjekt

Art (Anlage, ortsfest, ortsveränderlich), Inventarnummer, Standort, Hersteller, Typ, Seriennummer.

03

Prüfer

Name, Qualifikation (z. B. Elektrofachkraft), ggf. Zertifikats- oder Ausweisnummer.

04

Prüfdatum

Exakter Tag der Prüfung, empfohlen mit Uhrzeit.

05

Prüfverfahren & Messgerät

Norm (z. B. DIN VDE 0701-0702), Hersteller und Kalibrierdatum des Messgeräts.

06

Messwerte

Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Ersatzableitstrom bzw. Differenzstrom, Funktionsprüfung.

07

Sichtprüfung

Gehäuse, Zugentlastung, Biegeschutz, Kennzeichnungen.

08

Bewertung

Klare Bewertung „bestanden" oder „nicht bestanden"; bei Durchfallen konkrete Beanstandung.

09

Nächster Prüftermin

Abgeleitet aus Prüfintervall und Betriebsumgebung (TRBS 1203, DGUV V3).

10

Unterschrift des Prüfers

Auf Papier oder als einfache elektronische Signatur (eIDAS Art. 25).

Prüfintervalle: Wie oft muss geprüft werden?

Für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel nennt die DGUV V3 Richtwerte, die durch eine Gefährdungsbeurteilung angepasst werden müssen. Typische Richtwerte:

Richtwert
Büro & IT
24 Monate
Monitor, Drucker, Notebook
Richtwert
Werkstatt & Produktion
6–12 Monate
Verlängerungskabel, Handgeräte
Richtwert
Baustelle
3 Monate
Baustromverteiler, Trommeln
Richtwert
Medizinbereich
6–12 Monate
Medizinische Geräte (zusätzlich MPBetreibV)

Vorlage vs. Software: Wo ist der Unterschied?

Viele Betriebe arbeiten mit Word- oder Excel-Vorlagen. Das funktioniert – hat aber strukturelle Schwächen, die im Schadensfall teuer werden können.

Papier / Excel

Strukturelle Schwächen

  • Pflichtangaben werden vergessen, weil Felder nicht erzwungen sind
  • Messwerte händisch abgeschrieben – Tippfehler häufen sich
  • Prüfintervalle werden nicht automatisch geplant
  • Unterschriften auf Papier müssen extra archiviert werden
  • Im Schadensfall lange Suche nach dem richtigen Ordner
Wartungssoftware

Strukturierte Lösung

  • Pflichtfelder werden erzwungen – keine unvollständigen Protokolle
  • Messwerte mit Sollwert-Vergleich direkt am Tablet erfasst
  • Nächster Prüftermin pro Anlage automatisch berechnet
  • Touch-Unterschrift auf dem Tablet – einfache eIDAS-Signatur
  • Geräte-Suche & Filter (z. B. „nicht bestanden") in Sekunden

DGUV V3 digital mit Operis

Operis bringt eine vorgefertigte Standard-Checkliste „DGUV V3 Prüfung – Elektrogeräte" mit: Sichtprüfung (Gehäuse, Kabel, Stecker), Schutzleiter- und Isolationswiderstand messen sowie Prüfplakette dokumentieren. Daneben gibt es eine separate Checkliste „E-Check (DIN VDE 0100-600)" für Erstprüfungen mit Schleifenimpedanz und RCD-Auslösung.

Pro Anlage kannst du Wartungsintervall und letzten Prüftermin hinterlegen – Operis berechnet daraus automatisch den nächsten Termin und markiert Anlagen als Fällig oder Überfällig, sobald sie anstehen. Die Technikerin erfasst die Prüfung am Tablet, der Kunde unterschreibt vor Ort, das PDF-Prüfprotokoll wandert in die Anlagen-Akte und kann direkt per E-Mail versendet werden.

Mehr Kontext zum Feature findest du auf der Seite Digitale Serviceberichte und im Vergleich zu klassischen Branchenlösungen unter Operis vs. Plancraft.

Fazit

Das DGUV V3 Prüfprotokoll ist kein Bürokratie-Ornament, sondern rechtliches Rückgrat der Elektroprüfung. Wer es sauber führt, schützt sich im Schadensfall und liefert Kunden nachvollziehbare Ergebnisse. Digitale Tools reduzieren Aufwand und Fehlerquote spürbar – und nehmen dem Team den Papierkram ab, ohne die fachliche Verantwortung zu verwässern.

Themen
DGUV V3ElektroprüfungPrüfprotokollDokumentation
ED
Autor
Eldin Durgutovic

Praxiswissen zu Wartung, Service und Digitalisierung im SHK- und Elektrohandwerk – für Operis.

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