Zurück zum Blog
Heizung & Sanitär

Gasleitung: Dichtheits- & Gebrauchsfähigkeitsprüfung nach TRGI

Belastungs-, Dichtheits- und Gebrauchsfähigkeitsprüfung von Gasleitungen nach TRGI (DVGW G 600): Prüfdrücke, Leckraten-Bewertung und digitale Dokumentation für SHK-Betriebe.

EDEldin Durgutovic26. Juli 20269 Min Lesezeit

Undichte Gasleitungen sind ein ernstes Sicherheitsrisiko – deshalb schreibt das technische Regelwerk klare Prüfungen vor. Ob Belastungsprüfung, Dichtheitsprüfung oder Gebrauchsfähigkeitsprüfung: Dieser Artikel erklärt, was die TRGI (DVGW-Arbeitsblatt G 600) verlangt, wie die Leckmengenmessung bewertet wird, wer prüfen darf und wie du die Gasleitung-Prüfung als SHK-Betrieb sauber und nachvollziehbar dokumentierst.

Der Normrahmen: TRGI und DVGW G 600

Für Gasinstallationen in Gebäuden gilt die TRGI – die Technische Regel für Gasinstallationen, veröffentlicht als DVGW-Arbeitsblatt G 600. Sie beschreibt Planung, Errichtung, Änderung, Prüfung und Instandhaltung von Gasleitungen und legt fest, mit welchem Prüfdruck und welcher Methode eine Leitung vor Inbetriebnahme abzunehmen ist. Für die Prüfung bestehender, in Betrieb befindlicher Leitungen ergänzen die DVGW-Hinweise G 5952 und G 5970 das Vorgehen bei der Gebrauchsfähigkeitsprüfung. Auf der Abgasseite kommt zusätzlich die Kehr- und Überprüfungsordnung ins Spiel – hier ist der Schornsteinfeger zuständig.

Für dich als SHK-Betrieb heißt das: Die Gasleitung Dichtheitsprüfung ist kein loses Bauchgefühl, sondern folgt definierten Prüfdrücken, Warte- und Prüfzeiten. Wer die richtige Prüfart wählt und sauber protokolliert, liefert einen belastbaren Nachweis – gegenüber dem Kunden, dem Netzbetreiber und im Schadensfall.

Die drei Prüfarten sauber unterscheiden

Ein häufiger Fehler ist, alle Prüfungen in einen Topf zu werfen. Tatsächlich hängt die richtige Prüfart davon ab, ob die Leitung neu ist oder bereits in Betrieb – und ob Armaturen und Geräte angeschlossen sind:

Neu
Belastungsprüfung

Nur die Leitung (ohne Armaturen und Geräte), mit Luft oder inertem Gas geprüft. Prüfdruck rund 1 bar – bei neuen Leitungen.

Vor Inbetriebnahme
Dichtheitsprüfung

Leitung inklusive Armaturen (ohne Gasgeräte), Prüfdruck rund 150 mbar mit definierter Warte- und Prüfzeit – bei neuen oder erweiterten Installationen.

Bestand
Gebrauchsfähigkeitsprüfung

An bestehenden, in Betrieb befindlichen Leitungen über eine Leckmengenmessung bei Betriebsdruck – Bewertung anhand der Leckrate.

Merkregel: Belastungsprüfung und Dichtheitsprüfung gehören zur Abnahme neuer oder erweiterter Installationen vor der Inbetriebnahme. Die Gebrauchsfähigkeitsprüfung ist die Prüfung, die du an einer vorhandenen, gasführenden Leitung durchführst – etwa im Rahmen der wiederkehrenden Kontrolle oder bei einem Verdacht.

Gebrauchsfähigkeit bewerten: die Leckrate

Bei der Gebrauchsfähigkeitsprüfung wird über eine Leckmengenmessung ermittelt, wie viel Gas eine Leitung bei Betriebsdruck verliert. Das Ergebnis – die Leckrate in Litern pro Stunde – entscheidet über die weitere Nutzung der Anlage. Der Rahmen wird üblicherweise in drei Stufen beschrieben:

Leckrate
< 1 l/h
Gebrauchsfähig

Uneingeschränkt gebrauchsfähig – die Anlage darf weiter betrieben werden.

Leckrate
1–5 l/h
Eingeschränkt

Eingeschränkt gebrauchsfähig – eine Instandsetzung ist innerhalb einer Frist erforderlich.

Leckrate
> 5 l/h
Nicht gebrauchsfähig

Nicht gebrauchsfähig – die Anlage ist stillzulegen, bis der Mangel behoben ist.

Wer darf prüfen – und wie oft?

Prüfungen an Gasleitungen gehören in die Hände eines Vertragsinstallationsunternehmens – also eines Fachbetriebs, der beim Netzbetreiber im Installateurverzeichnis eingetragen ist. Nur dieser Betrieb darf Gasinstallationen errichten, ändern, prüfen und in Betrieb nehmen.

Bei der Wiederholung der Gebrauchsfähigkeitsprüfung wird für bestehende Gasleitungen häufig ein Richtwert von etwa alle 12 Jahre genannt. Das ist als DVGW-Empfehlung bzw. Orientierungswert zu verstehen – kein starres Gesetz. Kürzere Intervalle können sinnvoll oder von einzelnen Netzbetreibern vorgesehen sein. Wichtig ist, dass du das je Anlage vereinbarte Intervall sauber führst und den nächsten Termin nicht verpasst.

Prüfung dokumentieren: Papier vs. Software

Ob Dichtheitsprüfung an der Neuinstallation oder Gebrauchsfähigkeitsprüfung im Bestand – der Nachweis steht und fällt mit der Dokumentation der Messwerte. Genau hier trennt sich der glatte Prozess vom Zettelchaos:

Papier / Excel

Reibungspunkte

  • Prüfdruck, Druckabfall und Leckrate handschriftlich – später mühsam abgetippt
  • Bewertung der Leckrate frei formuliert, Grenzen mal übersehen
  • Kein Foto-Nachweis von Messgerät und Anlage
  • Nächster Prüftermin nicht automatisch geplant
Wartungssoftware

Strukturierter Ablauf

  • Messwerte strukturiert erfasst – mit automatischer Bewertung der Leckrate
  • Pflichtfelder erzwingen Prüfdruck, Druckabfall und Ergebnis
  • Foto und Mängel hängen direkt an der Anlagen-Akte
  • Nächster Termin aus dem Prüfintervall automatisch geplant

Gasleitung-Prüfung digital dokumentieren mit Operis

Mit Operis bildest du die Dichtheits- und Gebrauchsfähigkeitsprüfung als anpassbare Checkliste mit erzwungenen Pflichtfeldern ab. So bleibt kein Wert offen und keine Bewertung dem Zufall überlassen:

01

Messwerte strukturiert

Prüfdruck, Druckabfall und Leckrate als feste Felder – mit Bewertung gebrauchsfähig, eingeschränkt oder nicht gebrauchsfähig.

02

Pflichtfelder erzwungen

Die Checkliste lässt sich erst abschließen, wenn alle sicherheitsrelevanten Punkte ausgefüllt sind.

03

Fotos & Mängel

Messgerät, Anlage und festgestellte Mängel direkt am Auftrag dokumentiert.

04

eIDAS-Signatur

Der Kunde unterschreibt am Tablet – rechtssicher nach Art. 25 eIDAS-Verordnung.

05

Prüfintervall pro Anlage

Aus dem hinterlegten Intervall plant Operis den nächsten Termin und erinnert rechtzeitig.

06

Anlagen-Historie & Offline

Jede Prüfung landet in der Anlagen-Akte – auch offline im Keller erfassbar, PDF-Protokoll per E-Mail.

Weil jede Prüfung an derselben Anlagen-Akte hängt wie die reguläre Wartung, hast du die komplette Historie einer Gastherme oder Leitung an einem Ort. Der Techniker erfasst die Werte vor Ort, der Kunde unterschreibt, das PDF-Protokoll wandert in die Akte und lässt sich direkt per E-Mail versenden. Mehr zu den SHK-Funktionen findest du auf der Seite Wartungssoftware für Heizung & Sanitär und im Detail unter Heizungswartung dokumentieren. Wie sich gesetzliche Prüfpflichten planbar organisieren lassen, zeigt auch der Beitrag zur Heizungsprüfung nach § 60b GEG.

Fazit

Ob Belastungsprüfung, Dichtheitsprüfung oder Gebrauchsfähigkeitsprüfung nach TRGI (DVGW G 600): Bei Gasleitungen zählt die exakte, nachvollziehbare Bewertung der Messwerte – vom Prüfdruck bis zur Leckrate. Wer die Prüfung strukturiert erfasst, die Leckmengenmessung korrekt einordnet und den nächsten Termin im Blick behält, erfüllt die Vorgaben sicher und positioniert sich als kompetenter Fachbetrieb. Eine digitale Checkliste mit erzwungenen Pflichtfeldern, automatischer Bewertung, Foto, Signatur und PDF nimmt dir den Papierkram ab – ohne die fachliche Verantwortung zu verwässern.

Themen
TRGIDVGW G 600GasleitungDichtheitsprüfungSHK
ED
Autor
Eldin Durgutovic

Praxiswissen zu Wartung, Service und Digitalisierung im SHK- und Elektrohandwerk – für Operis.

Wartungen digital in 15 Minuten aufgesetzt

Operis 14 Tage kostenlos testen – Wartungsplaner, Servicebericht und gesetzliche Checklisten direkt einsatzbereit. Keine Kreditkarte nötig.